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Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ)

Die Geschichte des VLÖ

Der VLÖ nach der „Wende“ – Ringen um Entschädigung und moralische Wiedergutmachung


In die Amtszeit von Dkfm. Rest fiel in das Jahr 1989 der Beginn der politischen Wende in Mittel- und Osteuropa. Diese eröffnete dem VLÖ neue Verhandlungsmöglichkeiten mit Regierung und Parlamentariern, da nunmehr die Rücksichtnahme auf die Intransigenz und die Empfindlichkeit der östlichen Nachbarstaaten deutlich geringer geworden war und die Politiker den Eindruck gewannen, man könne fortab ,,über alles reden“. Nach Vorsprachen erklärten sich die staatstragenden Parteien bereit, je einen Parlamentarischen Sprecher für die Heimatvertriebenen aus ihren Reihen zu bestimmen. Es waren dies die Abgeordneten Dr. Kurt Preiss (SPÖ), Dr. Gerfried Gaigg (ÖVP) und Ökonomierat Josef Hintermayer (FPÖ), wobei die Funktion Hintermayers nach dessen Tod durch Minister a. D. Dr. Harald Ofner wahrgenommen wurde.


Mit der 1989 sich abzeichnenden „politischen“ Wende in den Vertreiberstaaten ergab sich für die gegenwärtige Arbeit des VLÖ noch ein zweiter Schwerpunkt: Es galt, und gilt, die noch vielfach ungelösten Anliegen der Schicksalsgemeinschaft der Heimatvertriebenen und Heimatverbliebenen neu zu formulieren. Einerseits galt und gilt es nunmehr verstärkt, von den Vertreiberstaaten bzw. deren Nachfolgern die moralische und wirtschaftliche Wiedergutmachung des an den Heimatvertriebenen begangenen Unrechts einzufordern. Es musste und muss in diesem Zusammenhang vehement die Aufhebung der rassistischen und diskriminierenden Dekrete und Beschlüsse wie jene des AVNOJ („Antifaschistischer Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens“, Vorgänger des ersten Parlaments Jugoslawiens nach dem Kriege) und jene des ehemaligen Staatspräsidenten Eduard Benes, CSR, gefordert werden, welche die Grundlage der kollektiven Vertreibung waren und noch teilweise in Rechtsordnungen dieser Staaten bzw. ihrer Rechtsnachfolger enthalten – ja sogar neuerlich bestätigt – sind.


Anderseits sieht sich der VLÖ nunmehr verstärkt in die Pflicht genommen, darauf zu achten, dass die Menschen- und Minderheitenrechte jener Landsleute, die noch in den alten Heimatländern leben, gewährleistet sind. Hier galt und gilt es, die österreichische Regierung dazu zu bewegen, den VLÖ in diesen seinen Bestrebungen nach besten Kräften zu unterstützen, um zukunftsweisende Regelungen zu ermöglichen. Durch die Hilfestellung, welche die Parlamentarischen Sprecher der Heimatvertriebenen boten, konnte ein sehr gutes Verhältnis zur österreichischen Bundesregierung und vor allem zum ehemaligen Außenminister Dr. Alois Mock hergestellt werden. Der Anregung von Dr. Alois Mock zufolge wurde, mit Unterstützung des Landeshauptmannes von OÖ., Dr. Josef Ratzenböck, durch den VLÖ eine bundesweite Erfassung der enteigneten Vermögenswerte durchgeführt. Sonderbeauftragter für diese Erfassung war Konsulent Anton Tiefenbach, Wels, Obmann des Verbandes der Donauschwaben in Oberösterreich. Damit wurde erreicht, dass das enteignete Vermögen nicht in Vergessenheit gerät und dass die österreichische Bundesregierung bei allfälligen künftigen Vermögensverhandlungen von konkreten Ziffern ausgehen kann.


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