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Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ)

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Ein Roman über die Geschichte der Donauschwaben vom Ursprung bis zur Vertreibung und Sesshaftmachung in der neuen Heimat


Not und Brot - Geschichte der Familie Reimann

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17. September 2012
Der VLÖ trauert um Alfred Bäcker



Ehemaliger Bundesobmann-Stv. der SLÖ und ehemaliges VLÖ-Vorstandsmitglied Alfred Bäcker verstorben - Bäcker erfüllte bis ins hohe Alter seine selbst aufgestellten Pflichten


Am 10. September 2012 – kurz vor der Vollendung seines 91. Geburtstages - hat ein treues sudetendeutsches Herz in Wien aufgehört zu schlagen.


Alfred Bäcker, geboren am 19. Oktober 1921 in Budweis, als zweiter Sohn des dortigen Gaswerksdirektors F.W. Bäcker und dessen Gattin Maria Cäcilia, geborene Zischka, wurde bereits seit seiner Kindheit mit den damals verübten national-tschechischen Pressionen gegen die deutschen Bewohner der ehemals österreichischen Sudetenländer Böhmen, Mähren und Schlesien konfrontiert.


Der Tüchtigkeit seines Vaters als Leiter des Gaswerkes verdankt er, dass vor seinem Schuleintritt einem damals als Bürgermeister amtierenden Prager Regierungskommissär die erfolgreiche Führung des Gaswerkes wichtiger als die zukünftige Nationalität des Direktorkindes war. Er überließ dem Vater Alfred Bäckers die freie Entscheidung über die Schulwahl. So blieb Alfred Bäcker „Deutscher“.


Er besuchte die deutsche Übungsschule und später das „Deutsche Staatsoberrealgymnasium in Böhmisch Budweis.  Allerdings mit kurzer Unterbrechung. Im Jahre 1938, als sich tätliche Angriffe seitens der Tschechen gegen deutsche Jugendliche in Turnerkluft oder in Tracht auf offener Straße mehrten und die Namen und Adressen deutscher Familien in der tschechischen Lokalzeitung veröffentlicht wurden, reiste Alfred Bäcker zu seinen Großeltern nach Steyr, wo er zweieinhalb Monate bis zur Beruhigung der Situation durch das Münchener Abkommen verblieb. Als er nach dieser Zeit nach Budweis zurückkehrte und seine bisherige Wohnung im Gaswerk betreten wollte, wurde ihm erklärt, dass seine Eltern nicht mehr dort wohnten, ihr Aufenthaltsort sei unbekannt. Im aufgefundenen Notquartier seiner Eltern war kein weiteres Bett unterzubringen. Er war bereits somit im Jahre 1938 unterstandslos und fand einen Schlafplatz bei einer eng befreundeten Familie. Er erlangte im Realgymnasium die Reife zum Besuch der Hochschulen, wurde unmittelbar danach zum „Reichsarbeitsdienst“ und anschließend zur „Deutschen Wehrmacht“ einberufen. Seine vorhergegangene Immatrikulation an der Deutschen technischen Hochschule in Prag machte ihn zum Fernhörer bis zu seiner Verlegung an die Front.


Zu Kriegsende gelang es ihm, mit Hilfe eines hilfsbereiten Tschechen aus der Gefangenschaft tschechischer Partisanen zu entkommen und gemeinsam mit seinen Eltern am 8. Mai 1945 aus Budweis nach Österreich zu fliehen.


Kurz danach inhaftiert und im Jahre 1947 aus der Gefangenschaft als schwer Kriegsversehrter körperlich arbeitsunfähig entlassen und im eigenen Land als D.P. (displaced person) recht- und staatenlos, schlug er sich als Gelegenheitsarbeiter und Chauffeur bei den Amerikanern durchs Leben. Seit dem Erhalt seiner ersten Arbeitsgenehmigung nach dem Inlands-Arbeiter-Schutzgesetz als Angestellter im Jahre 1952 war er keinen Tag bis zur Pensionierung im Jahre 1988 arbeitslos. Zwei Jahre später wurde er von seinem Arbeitgeber Philips reaktiviert und als „national organisation manager“ für die „Division Licht“ in der CSR unter Vertrag genommen.  Ein Herzinfarkt im Jahre 1994 zwang Alfred Bäcker seine Arbeit im Mai 1995 als Direktor der Lichtorganisationen sowohl Tschechiens als auch der Slowakei zu beenden.


Seitdem befasste er sich ehrenamtlich mit der Aufarbeitung des zeitgeschichtlichen Schicksales der Sudetendeutschen.


Ab 1997 unterstützte Bäcker als Geschäftsführer im neu geschaffenen Haus der Heimat Bundesobmann Karsten Eder bei den Arbeiten in der Geschäftsstelle. Ab 2001 wurde Bäcker Bundesobmann-Stellvertreter von BO Gerhard Zeihsel, mit dem er eng bis zu seinem Ausscheiden 2011 zusammenarbeitete. Für seine hervorragenden Leistungen – auch in der SL-Bundesversammlung in Deutschland – wurde er mit der Dr. Rudolf Lodgman-Plakette ausgezeichnet.


Felix-Ermacora-Institut

Hohe Verdienste erlangte Bäcker durch den Aufbau des wissenschaftlichen Institutes des Verbandes volksdeutscher Landsmannschaften Österreichs (VLÖ). Diese Forschungsstätte für Mittel-und Südosteuropa soll durch ihre Beiträge zur Verständigung durch Aufklärung über historische Entwicklungen, Vorgänge, Zerwürfnisse und Gemeinsamkeiten zu gegenseitigem Verstehen und Akzeptanz beitragen. Die Wiedergutmachung des geschehenen Unrechts sollte dadurch ermöglicht werden. Sein Buch „Der Völkermord an den Sudetendeutschen“ trat der Verharmlosung dieses Völkermordes mit guten Argumenten entgegen – beide Ausgaben sind bereits vergriffen.



Kommunalpolitische Tätigkeit

Bäcker brachte sich auch in seiner neuen Heimat in Wien-Meidling für die Allgemeinheit ein, wo er als Bezirksrat der FPÖ und Seniorenreferent tätig war. Höhepunkt seiner zahlreichen Verdienste war das von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verliehene „Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich“ 2011. Über diese Ehrung haben sich besonders seine Landsleute sehr gefreut.


Namens der SLÖ kondolierte Bundesobmann Gerhard Zeihsel seiner Frau Elisabeth – die ihn bei seinen Bestrebungen immer voll unterstützte – und seiner Familie zum großen Verlust durch das Hinscheiden Alfred Bäckers.


Die Verabschiedung von Alfred Bäcker findet am 2. Oktober 2012, 13:00 Uhr, am Baumgartner Friedhof, 1140 Wien, Waidhausenstraße, in Dankbarkeit und Trauer statt.



Die Aussendung des Sudetendeutschen Pressedienstes als PDF herunterladen.

Parte Alfred Bäcker

Rückfragehinweis: VLÖ, Haus der Heimat, Ing. Norbert Kapeller, Steingasse 25, A-1030 Wien
T: +43/(0)1/7185905; M: +43/(0)664/3520305; E: norbert.kapeller@vloe.at