In
den Morgenstunden des 9.3.2010 hat uns unser Freund Kurt SCHUSTER für immer verlassen.
Der plötzliche Tod von Kurt war für alle ein Schock. Wenige Tage vorher saßen wir noch
gemütlich bei einem Vortrag der Obfrau des Vereins der Siebenbürger Sachsen in Wien
zusammen. Kurze Zeit später ist er unerwartet von uns gegangen. Wir werden ihn immer in
unseren Herzen bewahren!
Kurt Schuster wurde 1926 als Sohn des
Industriekaufmannes Hans Schuster und der Julie geb. Glöckler im südsiebenbürgischen
Mediasch/Rumänien geboren. Er besuchte nach Absolvierung der Volksschule das
Stephan-Ludwig-Roth-Gymnasium in Mediasch (einer seiner Lehrer war dort der
Physikprofessor u. Raketenpionier Hermann OBERTH), wo er noch als Jugendlicher 1944 die
Kriegsmatura bestand u. danach nach Wien flüchtete. Seine Eltern mussten bis 1977 in
Rumänien zurückbleiben. Der folgende Militärdienst führte ihn völlig auf sich
allein gestellt in die Tschechoslowakei. Er geriet in amerikanische
Kriegsgefangenschaft und wurde erst 1946 aus dieser in Salzburg entlassen. Nach
Hilfsarbeitertätigkeiten begann Kurt Schuster 1948 sein Studium der Technik in Graz.
Dieses musste er leider wegen einer schweren Erkrankung, deren Ursache in den
unmenschlichen Lebensumständen im US-Gefangenenlager lag, nach fünf Semestern abbrechen.
Nach einem Kuraufenthalt hatte Kurt nicht nur seinen Lebensberuf in Salzburg bei der
"Österreichischen Rohrbau" (Tochterfirma des Mannesmann-Konzerns), sondern auch
seine Frau für das Leben, die aus Sächsisch-Regen stammende Grete geb. Schuller, welche
er 1955 heiratete, gefunden. 1957 wurde er von seinem Arbeitgeber nach Wien versetzt, wo
er 35 Jahre mit den ihn kennzeichnenden fachlichen Qualitäten im Anlagenbau wirkte (stieg
dort bis zum Oberingenieur auf). Zur Überbrückung eines Kapazitätsengpasses wurden
Facharbeiter aus Rumänien auf den Mannesmann-Baustellen eingesetzt. Sein
Organisationstalent und seine Qualitäten insbes. im Umgang mit Menschen und rumänischen
Behörden waren für seinen Dienstgeber so wertvoll, dass ihn seine Direktion im letzten
Jahr vor der Pensionierung (1990) als Berater des Magistrates der Stadt Wien für
Rumänienfragen freistellte.
Seine Verdienste für den Verein der Siebenbürger
Sachsen in Salzburg sowie insbes. für den Verein der Siebenbürger Sachsen in Wien sind
unbezahlbar u. wirken noch heute nach. Er engagierte sich auch sehr für die HOG Mediasch
und für den Bundesverbabd der Siebenbürger Sachsen in Österreich, wo er es auf
Bundesebene seit 1962 (!) verstanden hatte, ein korrektes Verhältnis der
Siebenbürgischen Landsmannschaft zur Rumänischen Botschaft in Wien aufzubauen. Vielen
Landsleuten, welche in der schwierigen Ceausescu-Zeit sowohl legal als auch illegal
Rumänien verlassen hatten und nach Österreich kamen, konnte dadurch geholfen werden. Als
Obmann des Vereines der Siebenbürger Sachsen in Wien (1971 1996), als
Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich und insbes.
auch als Vorstandsmitglied des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften in
Österreich (VLÖ) hat er einen wesentlichen Beitrag für die Errichtung des
Kulturzentrums "Haus der Heimat" (1993 1996) geleistet, wobei der
Höhepunkt seines ehrenamtlichen Wirkens die Eröffnung dieses Kulturzentrums im Jahre
1996 war. Kurt Schuster schied erst 1997 als Vorstandsmitglied des VLÖ nach
jahrzehntelanger Tätigkeit auf eigenen Wusch aus.
Sein enormes persönliches
Engagement war nur möglich, weil seine Familie und besonders seine Gattin Grete, mit der
er in Wiener Neudorf lebte, großes Verständnis hiefür zeigten. Kurt Schuster
hinterlässt nicht nur seine Gattin Grete, sondern auch die Söhne Dipl.-Ing. Dr. Chistian
(LENZING) u. Ing. Günther Schuster (MÖLLERSDORF) samt Enkelkindern.
Lieber Kurt, danke für Deine Freundschaft und für
alles, was Du für die Volksdeutschen in Österreich und vor allem für die Siebenbürger
Sachsen geleistet hast!!!
Dein Ludwig NIESTELBERGER
Obm.-Stv. des VLÖ u. Bundesobmannstellvertr. der
Siebenbürger Sachsen in Österreich