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Kurt Schuster
 
geb. 4. Nov. 1926 in Mediasch/Siebenbürgen/Rumänien
gest. 9. März 2010 in Mödling

In den Morgenstunden des 9.3.2010 hat uns unser Freund Kurt SCHUSTER für immer verlassen. Der plötzliche Tod von Kurt war für alle ein Schock. Wenige Tage vorher saßen wir noch gemütlich bei einem Vortrag der Obfrau des Vereins der Siebenbürger Sachsen in Wien zusammen. Kurze Zeit später ist er unerwartet von uns gegangen. Wir werden ihn immer in unseren Herzen bewahren!

Kurt Schuster wurde 1926 als Sohn des Industriekaufmannes Hans Schuster und der Julie geb. Glöckler im südsiebenbürgischen Mediasch/Rumänien geboren. Er besuchte nach Absolvierung der Volksschule das Stephan-Ludwig-Roth-Gymnasium in Mediasch (einer seiner Lehrer war dort der Physikprofessor u. Raketenpionier Hermann OBERTH), wo er noch als Jugendlicher 1944 die Kriegsmatura bestand u. danach nach Wien flüchtete. Seine Eltern mussten bis 1977 in Rumänien zurückbleiben. Der folgende Militärdienst führte ihn – völlig auf sich allein gestellt – in die Tschechoslowakei. Er geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde erst 1946 aus dieser in Salzburg entlassen. Nach Hilfsarbeitertätigkeiten begann Kurt Schuster 1948 sein Studium der Technik in Graz. Dieses musste er leider wegen einer schweren Erkrankung, deren Ursache in den unmenschlichen Lebensumständen im US-Gefangenenlager lag, nach fünf Semestern abbrechen. Nach einem Kuraufenthalt hatte Kurt nicht nur seinen Lebensberuf in Salzburg bei der "Österreichischen Rohrbau" (Tochterfirma des Mannesmann-Konzerns), sondern auch seine Frau für das Leben, die aus Sächsisch-Regen stammende Grete geb. Schuller, welche er 1955 heiratete, gefunden. 1957 wurde er von seinem Arbeitgeber nach Wien versetzt, wo er 35 Jahre mit den ihn kennzeichnenden fachlichen Qualitäten im Anlagenbau wirkte (stieg dort bis zum Oberingenieur auf). Zur Überbrückung eines Kapazitätsengpasses wurden Facharbeiter aus Rumänien auf den Mannesmann-Baustellen eingesetzt. Sein Organisationstalent und seine Qualitäten insbes. im Umgang mit Menschen und rumänischen Behörden waren für seinen Dienstgeber so wertvoll, dass ihn seine Direktion im letzten Jahr vor der Pensionierung (1990) als Berater des Magistrates der Stadt Wien für Rumänienfragen freistellte.

Seine Verdienste für den Verein der Siebenbürger Sachsen in Salzburg sowie insbes. für den Verein der Siebenbürger Sachsen in Wien sind unbezahlbar u. wirken noch heute nach. Er engagierte sich auch sehr für die HOG Mediasch und für den Bundesverbabd der Siebenbürger Sachsen in Österreich, wo er es auf Bundesebene seit 1962 (!) verstanden hatte, ein korrektes Verhältnis der Siebenbürgischen Landsmannschaft zur Rumänischen Botschaft in Wien aufzubauen. Vielen Landsleuten, welche in der schwierigen Ceausescu-Zeit sowohl legal als auch illegal Rumänien verlassen hatten und nach Österreich kamen, konnte dadurch geholfen werden. Als Obmann des Vereines der Siebenbürger Sachsen in Wien (1971 – 1996), als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich und insbes. auch als Vorstandsmitglied des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) hat er einen wesentlichen Beitrag für die Errichtung des Kulturzentrums "Haus der Heimat" (1993 – 1996) geleistet, wobei der Höhepunkt seines ehrenamtlichen Wirkens die Eröffnung dieses Kulturzentrums im Jahre 1996 war. Kurt Schuster schied erst 1997 als Vorstandsmitglied des VLÖ nach jahrzehntelanger Tätigkeit auf eigenen Wusch aus.

Sein enormes persönliches Engagement war nur möglich, weil seine Familie und besonders seine Gattin Grete, mit der er in Wiener Neudorf lebte, großes Verständnis hiefür zeigten. Kurt Schuster hinterlässt nicht nur seine Gattin Grete, sondern auch die Söhne Dipl.-Ing. Dr. Chistian (LENZING) u. Ing. Günther Schuster (MÖLLERSDORF) samt Enkelkindern.

Lieber Kurt, danke für Deine Freundschaft und für alles, was Du für die Volksdeutschen in Österreich und vor allem für die Siebenbürger Sachsen geleistet hast!!!

Dein Ludwig NIESTELBERGER

Obm.-Stv. des VLÖ u. Bundesobmannstellvertr. der Siebenbürger Sachsen in Österreich