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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)
| Nr:2010/0026 | 04.08.2010 |
Wien, am 4. August 2010
60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen
Anlässlich der Gedenkfeiern zu "60 Jahre Charta der Heimatvertriebenen" möchte der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) im Haus der Heimat an dieses Dokument erinnern. Die volksdeutschen Heimatvertriebenen bekundeten damals am 5. August 1950 in Stuttgart ihre Bereitschaft, auf Rache und Vergeltung zu verzichten, beim wirtschaftlichen Wiederaufbau zu helfen und auf die Vereinigung Europas hinzuwirken. Die 350.000 in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg integrierten volksdeutschen Heimatvertriebenen solidarisierten sich von Anfang an mit dieser Charta.
Charta der Heimatvertriebenen
Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen, im Bewusstsein ihrer Zugehörigkeit zum christlich-abendländischen Kulturkreis, im Bewusstsein ihres deutschen Volkstums und in der Erkenntnis der gemeinsamen Aufgabe aller europäischen Völker, haben die erwählten Vertreter von Millionen Heimatvertriebenen nach reiflicher Überlegung und nach Prüfung ihres Gewissens beschlossen, dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit gegenüber eine feierliche Erklärung abzugeben, die die Pflichten und Rechte festlegt, welche die deutschen Heimatvertriebenen als ihr Grundgesetz und als unumgängliche Voraussetzung für die Herbeiführung eines freien und geeinten Europas ansehen.
Wir haben unsere Heimat verloren. Heimatlose
sind Fremdlinge auf dieser Erde. Gott hat die Menschen in ihre Heimat hineingestellt. Den
Menschen mit Zwang von seiner Heimat trennen, bedeutet, ihn im Geiste töten. Wir haben
dieses Schicksal erlitten und erlebt. Daher fühlen wir uns berufen zu verlangen, dass das
Recht auf die Heimat als eines der von Gott geschenkten Grundrechte der Menschheit
anerkannt und verwirklicht wird.
So lange dieses Recht für uns nicht verwirklicht ist, wollen wir aber nicht zur
Untätigkeit verurteilt beiseite stehen, sondern in neuen, geläuterten Formen
verständnisvollen und brüderlichen Zusammenlebens mit allen Gliedern unseres Volkes
schaffen und wirken.
Darum fordern und verlangen wir heute wie gestern:
Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am
Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen
empfinden.
Die Völker sollen handeln, wie es ihren christlichen Pflichten und ihrem Gewissen
entspricht.
Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie
aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung
und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.
Wir rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit
aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft
gefunden wird.
Stuttgart, den 5. August 1950
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Rückfragehinweis: Mag. Dr. Peter
Wassertheurer Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften
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