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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)

Nr:2009/029 22.12.2009
 

Donauschwaben für Junktim zu serbischem EU-Beitritt
Reimann: "Unrecht eines Genozids muss vor Beitritt behandelt werden!"

Wien, am 22. Dezember 2009

Die serbische Republik hat ein Ansuchen um Aufnahme in die Europäische Union (EU) an Brüssel gerichtet. Rudolf Reimann, Bundesvorsitzender der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft (DAG) in Österreich, begrüßt diesen Schritt, weil "damit nach dem ungarischen und rumänischen EU-Beitritt neuerlich ehemalige Siedlungsgebiete der Donauschwaben der europäischen Rechts- und Wertegemeinschaft angehören werden." Die Donauschwaben wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Habsburgern im Banat und in der heutigen Vojvodina (Batschka) in der Republik Serbien angesiedelt. Nach der Teilung ihres Siedlungsgebiets von 1919 fiel das westliche Banat, die Batschka, Syrmien und Slawonien mit über 500.000 Donauschwaben dem jugoslawischen Königreich zu. Im Zeiten Weltkrieg wurden die Donauschwaben kollektiv der NS-Kollaboration beschuldigt. Es wurde ihnen auf Grundlage der AVNOJ-Bestimmungen alle bürgerlichen Rechte genommen und das Vermögen enteignet. Mindestes 200.000 von ihnen kamen nach 1945 in Internierungs- und Vernichtungslager, wo mindestens 50.000 durch Gewalt, Hunger und Krankheit starben. Bereits im Herbst 1944 hatten die Tito-Partisanen eine ethnische Säuberung durchgeführt und über 9.000 Donauschwaben brutal bei ihren unmenschlichen Razzien ermordet. Rechnet man die Opfer der Rußlanddeportationen hinzu, ergibt das eine Gesamtopferzahl von über 60.000 Donauschwaben.

"Diesen Völkermord an den Donauschwaben haben die Partisanen des kommunistischen Tito-Regimes zu verantworten. Bis heute warten die Donauschwaben auf eine Entschädigung für das damalige Unrecht", erklärt Reimann. Reimann fordert daher, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Forderung nach einer Aufhebung der AVNOJ-Bestimmungen und einer materiellen Wiedergutmachung junktimiert werden. "Wir fordern", so Reimann weiter, "die österreichische Bundesregierung und die Stellen in der Europäischen Union auf, die Beitrittsverhandlungen mit Serbien so zu führen, dass die Wiedergutmachung des Unrechts als Voraussetzung für einen EU-Beitritt auf den Tisch gelegt wird."

 
Mag.Dr. Peter Wassertheurer

Rückfragehinweis: Mag. Dr. Peter Wassertheurer
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit

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