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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)
| Nr:2008/016 | 18.09.2008 |
Das Volksgruppensymposium der deutschen Minderheiten aus Südost- und Ostmitteleuropa jährte sich in diesem Jahr bereits zum achten Mal und fand zwischen 11. und 14. September 2008 im schlesischen Oppeln statt. Die Organisation führte der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) gemeinsam mit der deutschen Volksgruppe in Polen durch, die vom Verband der deutschen sozial kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) vertreten wird. Gefördert wurde das Symposium, dem 60 Teilnehmer beiwohnten, vom österreichischen Außenministerium und polnischen Innenministerium, vom Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln, von der Kärntner Landesregierung, vom Marschallamt der Woiwodschaft Oppeln und von der Stiftung der deutschsprachigen Heimatvertriebenen aus dem Sudeten-, Karpaten- und Donauraum.
Das Thema des Symposiums "Deutsche Volksgruppen seit 1945: Täter oder Opfer?" beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit die deutschen Volksgruppen in Südost- und Osteuropa nach wie vor mit Vorurteilen belastet sind, deren Wurzeln bis in die Jahre der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs reichen. Zu den historischen Ressentiments gegen die deutschen Volksgruppen aus diesem Raum zählen eine Reihe von ideologisch besetzten Stereotypen wie der Vorwurf der Illoyalität und der Kollaboration mit den Machthabern des Dritten Reichs. Die Referenten, die den Organisationen der deutschen Volksgruppen aus Ungarn, Rumänien, Polen, Kroatien, Serbien, der Slowakei und Slowenien angehörten, zeichneten ein recht differenziertes Bild von der aktuellen Situation in ihren Heimatländern. Während etwa die deutsche Volksgruppe in Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vertrieben wurde (eine Ausnahme bildeten nur die Nordsiebenbürger, die im Herbst 1944 evakuiert worden waren) und ihre Kultur, Sprache sowie ihr Schulsystem aufrecht erhalten konnten, verlief die Situation in der Tschechoslowakei und in Jugoslawien viel radikaler. In beiden Ländern setzte man nach 1945 auf eine Eliminierung der deutschen Volksgruppen, vertrieb den Großteil und assimilierte den kleinen Rest, der in der Heimat verbleiben durfte. In beiden Ländern wirken bis heute noch am stärksten die historischen Vorurteile nach. Davon zeugt die Weigerung der slowenischen Regierung, die deutsche Volksgruppe im eigenen Land als autochthone Volksgruppe anzuerkennen. Der Diskriminierung in Slowenien stehen gesetzliche Bestimmungen in Ungarn, Kroatien, Serbien und in der Slowakei gegenüber, die auf Ebene der Verfassung auch den deutschen Volksgruppen Minderheitenrechte garantieren. In diesen Ländern ist auch das Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung entspannter und wird kaum mehr von negativen Vorurteilen bestimmt. Zu den gemeinsamen Schnittstellen der deutschen Volksgruppen in den Staaten Ostmittel- und Südosteuropas gehören das Bewusstsein, Opfer der Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg zu sein, die sprachliche Assimilation, ein stark kulturell ausgeprägter Regionalpatriotismus und die Bemühungen, den jüngeren Generationen die deutsche Sprache zu vermitteln.
Zu den Gästen des Symposiums zählten Christoph Bergner, parlamentarischer Staatssekretär des deutschen Innenministeriums, Ludwig Neudorfer, Konsulent der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln, Andreas Bürgermayer, Abgeordneter im serbischen Parlament, Nikola Mak, Vizepräsident des Minderheitenrates der Republik Kroatien und ehemaliger Abgeordneter des kroatischen Parlaments, Heinrick Kroll, ehemaliger Abgeordneter im polnischen Parlament und Vorsitzender des VdG, Bruno Kosak, Abgeordneter des Oppelner Landtages, Christina Sablatschan, Vertreterin des österreichischen Außenministeriums, sowie Thomas Kassl, Vertreter der Kärntner Landesregierung.
Ein Besuch des ehemaligen Kriegsgefangenenlagerns in Lamsdorf, das nach dem Krieg bis 1946 als Arbeitslager für Angehörige der deutschen Volksgruppe in Schlesien verwendet wurde, ergänzte das reichhaltige Programm. Eine Besichtigung der Stadt Oppeln, die Aufführung einer schlesischen Kindertanzgruppe und ein Besuch des Sankt Annabergs rundeten die Veranstaltung ab.
Wien, am 7. 10. 2008
Berichtigung zu Herrn Andreas Bürgermayer
Der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) hat in seiner Presseaussendung zum 8. Volksgruppensymposium vom 18. September 2008 irrtümlicher Weise Herrn Andreas Bürgermayer als Abgeordneten zum serbischen Parlament angeführt. Diese Information ist falsch. Herr Bürgermayer ist Präsident des Nationalrats der deutschen Minderheit in Serbien und vertritt ausschließlich in dieser Funktion die Interessen der deutschen Minderheit in der Republik Serbien.
Der VLÖ bedauert diesen Fehler und bittet, diese Berichtigung zur Kenntnis zu nehmen.
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Rückfragehinweis: Mag. Dr.
Peter Wassertheurer Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften
Österreichs |