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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)

Nr:2007/023 22.11.2007

Noble Geste Ungarns: Gedenkkonferenz für Heimatvertriebene
Wann folgen Tschechien, die Slowakei und andere Vertreiberstaaten?

Anlässlich des 60. Jahrestags der Vertreibung der Ungarndeutschen aus der Heimat veranstaltete das ungarische Parlament am 16. November 2007 eine Gedenkkonferenz. Neben dem deutschen Parlamentspräsidenten Norbert Lammert nahm auch die Präsidentin des Ungarischen Parlaments, Katalin Szili, daran teil.

Dass Ungarn bereits nach der Wende eine Entschädigung für die Heimatvertriebenen leistete und damit das Verhältnis zu seinen ehemaligen Bürgern und den Angehörigen der deutschen Volksgruppe in Ungarn verbesserte, gilt als positives Zeichen für eine aktive Vergangenheitsbewältigung. Die Gedenkkonferenz im ungarischen Parlament kann als weiteres Signal für einen unverkrampften Umgang mit den Schatten der eigenen Vergangenheit bewertet werden.

"Ungarn hat es verstanden, die Thematik der Vertreibung der Deutschen am Ende des Weltkriegs mit Gesten der Verständigung zu lösen. Es wäre an der Zeit, dass auch die Parlamente der anderen Vertreiberstaaten wie Tschechien, die Slowakei, Polen, Slowenien, Kroatien oder Serbien ähnliche Gedenkkonferenzen veranstalten, um in einem ersten Schritt das öffentlich zu bedauern, was Millionen ihrer Staatsbürger ab 1945 angetan wurde", meint Rudolf Reimann, Bundesvorsitzender des Verbandes der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), zu dieser neuerlichen Geste des ungarischen Parlaments.

Gerhard Zeihsel, Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), erinnert in diesem Zusammenhang an eine Ausstellung, die ab November 2007 in Tschechien unter dem Titel "Vergessene Helden" den sudetendeutschen sozialdemokratischen NS-Widerstand dokumentiert. "Es ist symptomatisch für die Haltung Tschechiens, dass Präsident Vaclav Klaus diese Ausstellung von Anfang an kritisierte. So wird man eine Versöhnung mit den vertriebenen Sudetendeutschen niemals erreichen. Ich fordere Prag auf, es dem ungarischen Parlament gleich zu tun und endlich Schritte einzuleiten, die tauglich sind, das Verhältnis mit Wien und Berlin zu verbessern", erklärte Zeihsel zur sturen Haltung Tschechiens in der Vertriebenenfrage.

 

Mag.Dr. Peter Wassertheurer

Rückfragehinweis: Mag. Dr. Peter Wassertheurer
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit

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