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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)

Nr:2007/020 12.10.2007

Preis der Auslandsösterreicher an Vaclav Klaus
VLÖ: Keine österreichischen Auszeichnungen an Völkermord-Leugner

Der "Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs" (VLÖ) stimmt der Kritik des "Auslandsösterreicher-Weltbundes" (AÖWB) zu, der in einer Presseerklärung vom 8. Oktober 2007 die Verleihung des "Auslandsösterreicherpreises" an den tschechischen Präsidenten, Vaclav Klaus, scharf verurteilt. Verliehen wurde der Preis von einer privaten Organisation in New York, die unter dem Titel "Wahlrechtskomitee der Österreicher im Ausland" auftritt. Dieses Komitee hat unter dem Vorsitz von Hans Janitschek Klaus für "seinen mutigen Einsatz für freies Denken" ausgezeichnet.

Der AÖWB weist in seiner Kritik u.a. auf die menschenverachtende Haltung von Klaus in der Frage der Vertreibung der Sudetendeutschen und der Beneš-Dekrete hin. Klaus gilt in Europa als tschechischer Nationalist, der keine Möglichkeit ausläßt, um die Sudetendeutschen pauschal als "Fünfte Kolonne Hitlers" zu diffamieren, und hat sich in der Diskussion zu den Beneš-Dekreten stets als konsequenter Befürworter derselben ausgesprochen. Die Beneš-Dekrete bildeten die Grundlage für die Vertreibung und Enteignung von über 3 Millionen Sudetendeutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Vertreibung der Sudetendeutschen wird von international anerkannten Völkerrechtsexperten wie Felix Ermacora, Dieter Blumenwitz oder Alfred de Zayas als Völkermord beschrieben. Klaus hat es seinerzeit weder als tschechischer Ministerpräsident noch in seiner jetzigen Funktion als Staatspräsident für notwendig erachtet, sich von diesem Völkermord zu distanzieren.

Der VLÖ spricht sich gegen eine Verleihung des "Auslandsösterreicherpreises" an Klaus aus, weil das Festhalten des tschechischen Präsidenten an den Beneš-Dekreten allen rechtlichen und moralischen Grundwerten der Europäischen Union (EU) widerspricht. Der VLÖ fordert das "Wahlkomitee der Auslandsösterreicher" auf, seine Entscheidung zu überdenken und den Preis mit dem Hinweis auf die nationalistische Geisteshaltung des tschechischen Präsidenten zurück zu verlangen. Ein Denken, das aus der Mottenkiste einer nationalistischen Säuberungspolitik entstammt, kann nach Meinung des VLÖ nicht als ein mutiges und "freies Denken" ausgezeichnet werden. Diese Verleihung stellt für alle Sudetendeutschen eine Beleidigung dar und zeigt einmal mehr, wie sehr die Sudetendeutschen als "Opfer zweiter Klasse" angesehen werden, auf deren Rücken man sich nach wie vor ungestraft profilieren darf.

 

Mag.Dr. Peter Wassertheurer

Rückfragehinweis: Mag. Dr. Peter Wassertheurer
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit

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