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PRESSEDIENST der ALTÖSTERREICHER (PAÖ)

Nr:2007/004 28.02.2007

Italiens Präsident klagt Kroatien wegen Foibe-Massaker an
Kroatiens Präsident Mesic spricht von rassistischem Revanchismus

Nach dem Zweiten Weltkrieg verübten jugoslawische Tito-Partisanen ein Massaker an der italienischen Volksgruppe in den istrischen und dalmatinischen Küstengebieten. Die Opfer dieses furchtbaren Verbrechens wurden in Karsthöhlen geworfen, die man Foiben nennt, warum man heute vom Foibe-Massaker spricht. Jetzt hat Italiens Präsident Giorgio Napolitano diese Verbrechen scharf verurteilt, von einer "ethnischen Säuberung" und einer "slawischen Blutrünstigkeit" gesprochen. Die Antwort aus Kroatien ließ nicht lange auf sich warten. Es war Stipe Mesic der als kroatischer Präsident die Angriffe Napolitanos zurückwies und dessen Worte als “rassistisch und revanchistisch" bezeichnete.

Der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) erinnert in diesem italienisch-kroatischen Konflikt an die grausamen Massaker gegen die donauschwäbische Bevölkerung im Nachkriegsjugoslawien. Was sich während der Foibe-Massaker ereignete, geschah mit der deutschen Bevölkerung in Slowenien, wo im Hornwald ein ähnliches Massaker verübt wurde. Zu nennen sind auch die Vernichtungslager der Tito-Partisanen, wo über 60.000 donauschwäbische Opfer bestialisch ums Leben kamen. "Italiens Präsident Napolitano hat nur die schrecklichen Verbrechen gegen die italienische Volksgruppe angesprochen, wogegen nichts einzuwenden ist", meint Rudolf Reimann, Bundesvorsitzender des VLÖ. Kritisch reagierte Reimann auch auf die Aussagen der beiden EU-Abgeordneten von den slowenischen Liberaldemokraten, Mojca Drcar Murko und Jelko Kacin. Beide verurteilten die Aussagen Napolitanos und meinten, dass der italienische Präsident damit den Pariser Friedensvertrag verneint und die europäische Nachkriegsordnung in Frage stellt, was von beiden als ein Problem für die EU bezeichnet wird. Reimann erklärt dazu, dass "der Hinweis auf die barbarischen Massaker gegen die italienische oder deutsche Zivilbevölkerung keineswegs eine Verneinung des Pariser Vertrages darstellt, weil dieser Vertrag keine Gewaltverbrechen gegen unschuldige Zivilisten sanktionierte. Außerdem geht es heute nicht mehr um die europäische Nachkriegsordnung, die mit dem Fall des Eisernen Vorhangs der Geschichte angehört, sondern um die Beseitigung historischer Altlasten zugunsten einer europäischen Zukunftsordnung."

Der VLÖ fordert den österreichischen Bundespräsidenten, Dr. Heinz Fischer, auf, die Massaker gegen die deutschen Altösterreicher, die als Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei oder als Donauschwaben und Deutsch-Untersteirer aus dem ehemaligen Jugoslawien vertrieben wurden, in einer ähnlichen Form zu verurteilen, wie das Italiens Präsident Napolitano getan hat.

 

Mag.Dr. Peter Wassertheurer

Rückfragehinweis: Mag. Dr. Peter Wassertheurer
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit

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