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interne
Presseaussendung 25. November 2004
Volksdeutsche/Vertriebene/Festakt/Haus
der Heimat
Schutz der Altösterreicher in Bundesverfassung verankern!
Utl.: VLÖ-Festakt: 60 Jahre Vertreibung 50 Jahre VLÖ
(Wien) Vergangenen
Freitag, 19. November 2004 feierte der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften
Österreichs VLÖ (VLÖ) im Haus der Heimat sein 50.-jähriges Bestehen. Gleichzeitig
wurde auch der vor 60 Jahren beginnenden Vertreibungen gedacht.
Festakt, Videopräsentation und Festschrift
Der Festakt war von 11:00 bis 13:30 im
Haus der Heimat, 3; Steingasse 25, 1030 Wien.
Festredner war Erster Nationalratspräsident Andreas Khol. Die Vertriebenensprecher
Norbert Kapeller (ÖVP), Werner Kummerer (SPÖ) und Barbara Rosenkranz (FPÖ) stellten in
Kurzreferaten ihren Standpunkt zur Vertriebenenproblematik dar. (Siehe dazu bitte auch
Anhang)In einer fünfzehn minütigen Videopräsentation wurde die bewegte Geschichte des
Verbandes dargestellt. Gleichzeitig erschien auch eine umfassende Festschrift mit 150
Seiten. Darin stellt der VLÖ seine Arbeit seit seiner Gründung vor. Ein Artikel widmet
sich den letzten zehn Jahren. Allen Mitgliedslandsmannschaften wurde zudem viel Raum für
ihre Darstellung geboten. Ein Artikel befasst sich auch mit dem wissenschaftlichen
Ermacorainstitut, das im Haus untergebracht ist, ein weiterer mit der Marburger
Resolution. Weiterführende Presseberichte dazu finden sich unter www.vloe.at
"Presse" und unter "Presse" dann unten "Archiv".
Anwesend waren u. a. Persönlichkeiten wie Justizminister a. D. Harald Ofner, der Wiener
Stadtrat Johann Herzog, Klubobmann Matthias Tschirf, Landtagsabgeordneter Johannes
Prochaska, Gesandter Manfred Poiger als Vertreter des Außenministeriums, der Botschafter
der Republik Rumänien Traian CHEBELEU und die rumänische Botschaftsrätin für Kultur
Ildiko SCHAFFHAUSER, der erste Botschaftsrat von Serbien und Montenegro Mihailo KOVAC
sowie der Vizepräsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben Alexander May und von der
Österreichischen Landsmannschaft Obmann Helmut Loicht und Zweite Obfrau Gertraud
Schuller.
Von den Medien war der ORF vor Ort und brachte einen Bericht in der "Zeit im Bild
1" um 19:30. Zusätzlich anwesend war die Austria Presse Agentur (APA). Den Bericht
lege ich bei. Es waren auch Journalisten verschiedener Zeitungen vertreten.
Hintergrund zum Gedenken:
Im Herbst 1944 setzten für zivile deutsche Personen die Internierungen in Hungerlagern,
die Verschleppungen in Zwangsarbeitslager bis in die Sowjetunion und die Vertreibungen in
Südosteuropa ein. Damit wurde dort vorweg genommen, was sich nur Monate später in der
Tschechoslowakei wiederholte. Ein Alptraum den die deutschen Altösterreicher bis heute
nicht verwunden haben.
Zehn Jahre nach diesen grauenhaften Ereignissen gründete sich am 12. September 1954 der
VLÖ in Linz. Er stellt die Vertretung der nach Österreich geflüchteten Altösterreicher
gegenüber der österreichischen Bundesregierung aber auch gegenüber den Regierungen der
Vertreiberstaaten oder deren Nachfolgestaaten dar.
Heute, fünfzig Jahre später, ist es Zeit Bilanz zu ziehen. Was konnte erreicht werden?
Welche Aufgaben stellen sich für den VLÖ in Zukunft?
Seit 1989 steht für den VLÖ die moralische und wirtschaftliche Rehabilitation durch die
Vertreiberstaaten bzw. deren Nachfolger an oberster Stelle. Hier konnten gerade mit Ungarn
und Rumänien bereits Anfang der neunziger Jahre Erfolge erzielt werden. Kroatien hat die
im Land lebenden Donauschwaben mit den Kroaten gleich gestellt und entschädigt. Eine
Entschädigung der nach Österreich geflohenen Donauschwaben wird zwischen den Republiken
Österreich und Kroatien gerade verhandelt. Auch Serbien ist dabei ein
Entschädigungsgesetz auszuarbeiten.
Auf der anderen Seite stehen Tschechien, Slowakei und Slowenien. Mit ihnen gibt es kein
Vorankommen. Sie heben die Benesch- und AVNOJ-Rassengesetze nicht auf.
Festredner I. Nationalratspräsident Andreas Khol:
Kohl betonte in seiner Festrede, dass er sich beim Verfassungskonvent, der die
österreichische Bundesverfassung neu kodifizieren soll, stark machen werde in der
Präambel der Verfassung festzuhalten, dass sich die Republik Österreich für den
Schutz der mit ihr verbundenen Volksgruppen, insbesondere der Südtiroler, einsetzen
soll. Sollte dies wirklich gelingen, wäre diese explizite Erwähnung der
Vertriebenen in der österreichischen Verfassung ein großartiger Schritt in die richtige
Richtung. Innerhalb des VLÖ stösst sich niemand daran, dass die Südtiroler explizit und
besonders Erwähnung fänden. Khol ist übrigens selber Südtiroler.
Auszüge aus der Rede des
VLÖ-Bundesvorsitzenden Rudolf Reimann:
Für den Bundesvorsitzenden des VLÖ Rudolf Reimann steht allerdings fest: Ohne
Aufarbeitung kann es keine Versöhnung geben. Reimann reagiert empfindlich, wenn
manche Kreise versuchen, die Verbrechen an den Volksdeutschen mit den vom NS-Regime
begangenen Verbrechen zu rechtfertigen oder aufzurechnen. Das weisen wir auf das
Schärfste zurück. Gleich nach dem Zerfall der Donaumonarchie haben einige
Nachfolgestaaten Bestrebungen gezeigt ihre deutschen Minderheiten zu eliminieren. Dies
geschah lange bevor es das NS-Regime gab. Außerdem kam der Nationalsozialismus aus
Deutschland und nicht von den deutschen Minderheiten der Donaumonarchie. Wir konnten über
dieses Terrorregime nicht abstimmen und wurden durch die kriegerischen Ereignisse dennoch
davon vereinnahmt. Es dürfe in diesem Europa keine Diskriminierung geben. Eine
unbewältigte Vergangenheit würde uns unweigerlich immer wieder einholen. Sie müsse
bewältigt werden. Nur dann könne es ein friedliches und starkes Europa geben.
Alle Redner waren sich einig, dass Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden darf. Die
Rechtfertigung der Vertreibung mit den NS-Verbrechen lehnten die Redner durch die Bank ab,
mahnten allerdings zur Vernunft, dass weder das eine noch das andere je wieder geschehen
dürfe. Dafür erhielten sie von den über hundert Teilnehmern Applaus.
Technisches:
In der Anlage finden Sie noch viel Material, das Sie verwerten können. Ich bitte Sie
einen Artikel über diesen Festakt in Ihrem Medium zu veröffentlichen. Bitte erwähnen
Sie auch die Festschrift. Sie kann für 5.- € erworben werden. Sollten Sie Bilder
benötigen, senden Sie mir Bitte eine Nachricht, ob Sie prinzipiell Bilder wollen, oder
nur dieses Mal. Im Anhang finden Sie Reden, die APA-Meldung, eine Meldung in ORF-Online
(Minderheitenredaktion), sowie Original Textservice (OTS) Aussendungen zum Festakt.
Rückfragehinweis:
Markus Gerhard Freilinger
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs
Haus der Heimat
Steingasse 25
1030 Wien
Tel.: 01/718 59 05 DW 30
Fax: 01/718 59 05-20
markus.freilinger@chello.at
www.vloe.at
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