VLÖ-Vertreter bei Botschafter Sektionsleiter Doktor Emil Brix Utl.: VLÖ bespricht in kulturpolitischer Sektion die "Marburger Resolution".
Dem Zusammentreffen zwischen dem Außenministerium und dem VLÖ ging ein sehr herzlicher Brief der Frau Außenminister Benita Ferrero-Waldner voraus, in dem sie zum Ausdruck brachte, den VLÖ bei der Umsetzung der "Marburger Resolution" unterstützen zu wollen. Ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen dem VLÖ und dem Außenministerium war nun das Gespräch mit hochrangigen Beamten. Botschafter Emil Brix bat den VLÖ möglichst konkrete Projekte vorzuschlagen, für die sich die Behörden dann verwenden können. Delegationsleiter Ing. Martin May (VLÖ) betonte wie wichtig schon kleine Gesten, wie der Besuch von Veranstaltungen durch einen Vertreter der österreichischen Botschaft, sind. Dadurch würden die Minderheiten erkennen, dass man sie in Österreich nicht vergessen hat. Solche Besuche bedeuten für die Minderheit vor der staatseigenen Regierung eine respektable Aufwertung. Ihre Veranstaltungen würden durch solche Besuche so aufgewertet, dass sie über die Bezirksgrenzen ausstrahlen. Dadurch bliebe aber auch der Kontakt zu den Minderheiten erhalten. Der österreichische Vertreter hört, wo der Schuh drückt, und er kann das nach Wien berichten. Botschafter Brix lobte die jahrzehntelange Arbeit des VLÖ gerade auch in der Zeit vor 1989. Das, was der VLÖ tut, unterstütze auch die Tätigkeit des Außenministeriums. Brix betonte auch, was Österreich bereits geleistet hat. In Budapest beteiligt sich Österreich an einem Drittel der Kosten der dortigen deutschen Universität. In Klausenburg (Cluj-Napoca), Rumänien, gibt es eine dreisprachige Universität. Neben einer Bibliothek stellt Österreich auch regelmäßig Wissenschaftler. Ebenso gibt es nach dem Muster von Volkshochschulen deutschen Sprachunterricht. Durch ein Kulturabkommen mit Slowenien gibt es dort einen Schwerpunkt in den Aktivitäten. In Laibach wird im Februar eine österreichische Sprachschule eröffnet. Das Außenministerium finanziert darüber hinaus ein Video über die Gottscheer Deutschen. Auch das Außenamt hat Wünsche an den VLÖ. So wäre es für die Beamten einerseits sehr wichtig zu erfahren, ob die Unterstützung bedarfsorientiert ist. Es hat ja keinen Sinn Bücher anzukaufen, die vielleicht nicht dem Geschmack der deutschen Minderheit entsprechen. Andererseits soll der VLÖ auch verstärkt Werbung für die österreichischen Einrichtungen machen. Eine Bibliothek kann ja auch für eine Veranstaltung genützt werden. Und oft ist so ein Raum enorm viel wert. Der VLÖ hofft, dass durch dieses so positiv verlaufene Treffen mit dem Außenministerium, die Zusammenarbeit noch intensiviert wird. Jetzt sind die Minderheitenvertreter eingeladen ihre konkreten Projekte an den VLÖ heranzutragen und die Minderheitenverbände sollen verstärkt den Kontakt mit österreichischen Institutionen in ihren Ländern suchen. Rückfragehinweis: |