Erklärung des Verbandes der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) zur gegenwärtigen Diskussion um das geplante Zentrum gegen Vertreibungen
Der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) unterstützt das vom Bund der Vertriebenen (BdV) geplante Zentrum für Vertreibungen und spricht sich in diesem Zusammenhang für Berlin als Standort aus. Der VLÖ stimmt weiters den Intentionen des BdV zu, das Zentrum gegen Vertreibungen als wissenschaftliche Dokumentations- und Begegnungsstätte führen zu wollen, um "ausgehend vom national erfahrenen Schicksal der deutschen Vertriebenen den Blick auch auf das Vertreibungsschicksal anderer Völker" zu lenken, um damit eine internationale Verurteilung und moralische Ächtung von ethnischen Säuberungen zu erreichen. Der VLÖ spricht sich in aller Deutlichkeit gegen die politische Instrumentalisierung der gegenwärtigen Diskussion um das Zentrum für Vertreibungen aus, weil damit nationale Ressentiments gegen die deutschen Vertreibungsopfer geschürt werden. Der VLÖ verurteilt dabei die Kampagne, die vor allem seitens polnischer und tschechischer Medien gegen die Präsidentin des BdV, Erika Steinbach (MdB), einzig und allein zum Zweck der Verhinderung eines solchen Zentrums für Vertreibungen betrieben wird. Der VLÖ ist der Meinung, daß die deutsche Bundeshauptstadt Berlin der geeignetste Ort für das europäisch ausgerichtete Zentrum für Vertreibungen wäre, weil nur auf deutschem Boden die Nachkriegsintegration der deutschen Vertriebenen in den deutschen Bundesländern thematisiert werden kann. Die in die Diskussion eingebrachten Standorte Breslau, Sarajewo oder Prag können diese Anforderung nicht erfüllen. Der VLÖ teilt ebensowenig die von polnischen und tschechischen Medien vertretene Meinung, nach der das Zentrum für Vertreibungen Ängste und Irritationen bei den Nachbarstaaten Deutschlands hervorrufen könnte, und verweist in diesem Zusammenhang auf die 1950 verabschiedete Charta der Heimatvertriebenen, in der die deutschen Vertriebenen im Interesse der europäischen Vereinigung auf Rache und Vergeltung verzichten.
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