Nr:2003/05 15.09.2003

 

Deutsche Minderheiten verabschieden Resolution für Wien

 

marburg01.jpg (12919 Byte)     Der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) veranstaltete zum dritten Mal den "Volksgruppenkongress der deutschen Minderheiten in Ostmittel-und Südosteuropa", der dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit in Slowenien vom 12. bis 14. September 2003 im slowenischen Maribor/Marburg stattfand. Teilnehmer waren die deutschen Minderheitenvertreter aus Polen (Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft in Polen bzw. Masurische Gesellschaft), Tschechien (Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien), der Slowakei (Karpatendeutscher Verein in der Slowakei), Ungarn (Jakob Bleyer Gemeinschaft e.V.), Serbien-Montengro (Deutscher Volksverband) Rumänien (Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen) und Slowenien (Kulturverein deutschsprachiger Frauen Brücken bzw. Gottscheer Altsiedler Verein). Außerdem waren Vertreter von der österreichischen Botschaft in Ljubljana/Laibach, der Kärntner Landesregierung, der Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer, dem Alpenländischen Kulturverband Südmark, der Österreichischen Landsmannschaft, dem Verband freiheitlicher Akademiker Kärntens und vom Wiener Felix Ermacora Institut anwesend. Unter dem Veranstaltungstitel "Die Republik Österreich und ihre deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa" wurde eine gemeinsame Resolution erarbeitet, in der in Anlehnung an das Regierungsübereinkommen der österreichischen Bundesregierung die Erwartungen der deutschen Minderheiten aus Ostmittel- und Südosteuropa definiert wurden. Die Bundesregierung hat nämlich in ihrem Programm 2003 eine verstärkte Förderung der deutschen Minderheiten in diesem Raum zugesagt.

Marburger Resolution 2003

"Die gewählten und beauftragten Vertreter der deutschen Minderheiten aus Kroatien, Polen, Rumänien, Serbien-Montenegro, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ersuchen die österreichische Bundesregierung für die XXII. Gesetzperiode in Anlehnung an die Bestimmungen im Regierungsprogramm, in dem eine gestärkte Förderung der "Anliegen und Interessen der altösterreichischen Minderheiten" vereinbart wurde, zu überprüfen, ob eine Unterstützung für die deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa in den folgenden Bereichen möglich ist:

1.) Förderung des muttersprachlichen Unterrichts in Kindergärten, Grundschulen, Gymnasien und im Bereich der Erwachsenenbildung durch folgende Maßnahmen, nämlich durch die Bereitstellung von:

  1. Unterrichtsmaterial mit Schwerpunkt österreichischer Landeskunde,
  2. deutscher Literatur und
  3. technischer Ausstattung für den deutschen Sprachunterricht

2.) Förderungsprogramme für den Jugendaustausch der deutschen Volksgruppen untereinander und mit Österreich, dabei vor allem:

  1. Austausch von Schülern (auch aus Fachschulen) und
  2. Studenten aus den Reihen der deutschen Minderheiten und Volksgruppen

3.) Förderung des Medienwesens der deutschen Minderheiten mit Schulungsprogrammen fur deren Mitarbeiter

4.) Förderung von Publikationen

5.) Schaffung und Erhaltung von Begegnungszentren für die deutschen Minderheiten zum Zweck der kulturellen Betätigung, der wissenschaftlichen Dokumentation und anderes mehr

6.) Förderung von wissenschaftlichen Projekten über die deutschen Minderheiten

7.) Schulungsprogramme, individuelle Hilfestellung und Informationen bei der Planung von EU-Projekten (Strukturfonds etc.) für die deutschen Minderheiten. Außerdem Miteinbeziehung der deutschen Minderheiten bei den von Österreich koordinierten EU-Projekten

8.) Maßnahmen zum Erhalt des altösterreichischen Kulturerbes in den Ländern der ehemaligen Donaumonarchie

9.) Investitionsprogramme zur Förderung der Wirtschaftsräume der deutschen Minderheiten sowie Maßnahmen zur Betriebsansiedlung in Gebieten mit einem hohen deutschen Minderheitenanteil

10.) Moralische Unterstützung der deutschen Minderheiten durch den Ausbau der Kontakte zu den österreichischen Botschaften, Österreich-Bibliotheken, Kulturinstituten der Republik Österreich und durch den Besuch der deutschen Minderheiten durch österreichische Politiker bei Staatsbesuchen."

   Der VLÖ wird die Resolution in Wien dem Bundeskanzleramt, dem Außenministerium, den österreichischen Landesregierungen und den österreichischen Botschaften überreichen, um auf die historische Verantwortung Österreichs hinzuweisen.

   Der vierte Kongress wird im Herbst 2004 in der Slowakei vom Karpatendeutschen Verein veranstaltet werden, wobei die Frage zu klären sein wird, ob die EU-Mitgliedschaft eine positive Auswirkung auf die Situation der deutschen Minderheiten in der Slowakei, Tschechien, Polen, Ungarn und Slowenien hat.

 

Unterzeichner

Die Resolution wurde unterzeichnet von:

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Irene Kunz
Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien
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Ondrej Pöss
Karpatendeutscher Verein in der Slowakei
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Rudolf Weiss
Deutscher Volksverband
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Friedrich Petrach
Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen
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Tadeusz Willan
Masurische Gesellschaft
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Georg Kramm
Jakob Bleyer Gemeinschaft e.V.
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Ingeborg Nemesagu
Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen
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Nikola Mak
Volksdeutsche Gemeinschaft-Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien
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August Gril
Gottscheer Altsiedler Verein
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Veronika Haring
Kulturverband deutschsprachiger Frauen Brücken

 

(Die Adressen der deutschen Minderheitenorganisationen sind unter www.vloe.at abrufbar

 

Rückfragehinweis:
Markus Gerhard Freilinger
Pressesprecher VLÖ
Tel.: (0043-1) 718 59 05 – 30
markus.freilinger@chello.at