Nr.: 2002021

Aussendung vom 13.05.2002:

Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs

Bundesverband

Haus der Heimat: Steingasse 25, A-1030 Wien

Telefon: 01 / 718 59 05, 710 91 50 - Fax: 01 / 718 59 06

www.vloe.at vloe@chello.at

Mitglieder:

Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen in Österreich

Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft DAG Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer in Österreich

Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen Österreichischer Heimatbund Beskidenland

Karpatendeutsche Landsmannschaft in Österreich Verband der Banater Schwaben in Österreich

 

Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)

Wien, am 13. Mai 2002

P5100001.jpg (223624 Byte)Vom 10. bis 12. Mai 2002 tagte der Donauschwäbische Weltdachverband im jugoslawischen Subotica/Maria Theresiopel, um mit Vertretern der jugoslawischen Regierung über die Thematik der AVNOJ-Bestimmungen und Restitutionsfragen zu sprechen. Bei den Verhandlungen nahmen u.a. der stellvertretende jugoslawische Ministerpräsident Kaszar und der jugoslawische Minister für Minderheitenfragen teil, die den donauschwäbischen Vertretern aus Deutschland, Österreich, USA, Kanada, Australien, Brasilien, Argentinien, Kroatien, Ungarn und der Republik Jugoslawien ihre volle Unterstützung zur Thematik der AVNOJ-Bestimmungen und zu einer breiten Behandlung von Entschädigungsfragen zugesagt hatten. Die AVNOJ-Bestimmungen waren für die entschädigungslose Enteignung und die politische Entrechtung der Donauschwaben nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Der Donauschwäbische Weltdachverband fordert von den Regierungen in Slowenien, Kroatien und Jugoslawien die Aufhebung der AVNOJ-Bestimmungen. Erst vor wenigen Tagen wurde vom deutschen Völkerrechtsexperten Dieter Blumenwitz in einer Studie die Vertreibung der Donauschwaben als Völkermord wissenschaftlich beschrieben.

P5100002.jpg (216128 Byte)Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, Bundesobmann der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG), nutzte die Unterredungen, um auf das positive Beispiel der ungarischen Regierung hinzuweisen, die nach der Wende die vertriebenen Donauschwaben im ungarischen Restitutionsprogramm gleichwertig mit den anderen ungarischen Staatsbürgern behandelt hatte. Reimann verwies ebenso auf ein Erkenntnis des Kroatischen VGH, der eine Berücksichtigung der ehemaligen deutschen Staatsbürger im kroatischen Restitutionsprogramm fordert. Das neue Restitutionsgesetz wird derzeit im kroatischen Parlament behandelt.

Auf volle Zustimmung stieß das neue jugoslawische Minderheitengesetz, das auch die deutsche Minderheit, die sich im Deutschen Kulturverband www.dvvstimme.org.yu organisiert hat, als autochthone Minderheit anerkennt.

 

P5100003.jpg (8647 Byte)Die jugoslawische Seite erklärte sich bereit, die noch unbewältigten Konfliktfelder im Sinne der beigefügten "Resolution des Weltdachverbandes der Donauschwaben" zu erörtern. Der Donauschwäbische Weltdachverband sagte seinerseits eine  volle Unterstützung beim wirtschaftlichen Wiederaufbau Jugoslawiens zu. Dabei wird vor allem an die Gründung neuer Städte- oder Schulpartnerschaften und direkte finanzielle Zuwendungen für konkrete Projekte im Bereich der Bildungs- und Sozialpolitik gedacht.

Die Konferenz des Donauschwäbischen Weltdachverbandes in Subotica wurde von einem großen medialen Echo begleitet, berichten nicht weniger als drei jugoslawische TV-Stationen und alle großen Tageszeitungen in Jugoslawien über diese Gespräche.

P5100011.jpg (5017 Byte) P5100013.jpg (7000 Byte) P5100018.jpg (5735 Byte) P5110033.jpg (7613 Byte) P5110034.jpg (6633 Byte) P5110038.jpg (7818 Byte) P5110044.jpg (6781 Byte) P5110046.jpg (6474 Byte)

Die nächste Tagung des Donauschwäbischen Weltdachverbandes wird vom 24. - 27. Oktober 2002 in Osijek/Essegg stattfinden.

 

Resolution des Weltdachverbandes der Donauschwaben

 

Die Vertreter des Donauschwäbischen Weltdachverbandes aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien, Jugoslawien,USA, Kanada, Argentinien, Brasilien und Australien stellen fest, daß die Beschlüsse des AVNOJ-Präsidiums in den Republiken Slowenien, Kroatien und Jugoslawien immer noch Gültigkeit haben. Im Hinblick auf die friedvolle Koexistenz der europäischen Völker in einer erweiterten Europäischen Union verlangen und fordern wir:

 

1.) den Anspruch auf völkerrechtliche Anerkennung des erlittenen Unrechts in den Jahren 1944-1948

 

2.) die Dringlichkeit der Aufhebung der Beschlüsse des AVNOJ-Präsidiums, die dem Genozid der Donauschwaben als Grundlage          

     dienten

 

3.) den Anspruch auf die rechtliche und darüber hinaus auf eine moralische Wiedergutmachung

 

4.) die Forderung nach raschen Verhandlungen über Restitution und Vermögensfragen unter Einbeziehung des Donauschwäbischen

     Weltdachverbandes

 

5.) volle Wahrung der verfassungsmäßig garantierten Minderheitenrechte auf Kultur, Religion, Sprache und Bildung für alle im

     ehemaligen donauschwäbischen Heimatgebiet verbliebenen deutschsprachigen Volksgruppen

 

 

Subotica, am 10. Mai 2002

 

 

 

Zurück, hier klicken !