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Aussendung vom 18.12.2001: |
Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs
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Wien, 18.12.2001
Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)
Modell für die geplante donauschwäbische Gedächtnis- und Gedenkstätte
im kroatischen Valpovo/Walpach
In der
kroatischen Ortschaft Valpovo/Walpach stand nach dem Zweiten Weltkrieg bis Mai 1946 das
größte Konzentrationslager für Donauschwaben aus Kroatien. Nur wenige Meter vom
ehemaligen Lagereingang entfernt, befindet sich die spätbarocke St. Rochus Kapelle der
vertriebenen Familie Normann, deren Nachkommen heute in Kärnten leben. Aus dieser Kapelle
soll für die donauschwäbischen Opfer von Valpovo/Walpach eine würdige Gedenk- und
Dokumentationsstätte errichtet werden. Im Freiraum links von der Kapelle wird ein eigenes
Denkmal den Leidensweg der Donauschwaben mit der Sprache der Kunst nachzeichnen.
Die Einheit von Kapelle und Denkmal symbolisieren strahlenförmig verlegte Bodenplatten, die dem Besucher auch gleichzeitig den Weg zu den beiden Objekten weisen. Vor dem Eingang der Kapelle werden neben einer Informationstafel alle Spender auf eigenen Tafeln verewigt werden. Der Innenraum der Kapelle wird als sakraler Weiheraum für Gottesdienste und Messen nutzbar bleiben. In der Apsis wird ein großes Kreuz das Zentrum des Altarraums präsentieren. Das Erdgeschoß der Kapelle wird zu einem anschaulichen Informations- und Datenraum umgestaltet werden, der einen weiten historischen Bogen von der Siedlungsgeschichte bis zur gewaltsamen Auslöschung der Donauschwaben im ehemaligen Jugoslawien vergegenwärtigen wird. Ebenso soll im Wand- und Fensterbereich die donauschwäbische Kultur, das soziale und religiöse Leben und der wirtschaftliche Aufstieg der Donauschwaben durch kunstvoll gestaltete Hinweistafeln in Schrift und Bild eindrucksvoll dargestellt werden.
Das Denkmal im linken Freiraum der St. Rochus Kapelle soll den Betrachter in Form eines mehrteiligen Kunstobjekts an das Leiden, an die Entbehrungen und an das Sterben im Konzentrationslager Valpovo/Walpach erinnern. Hunger, Vernichtung und Tod finden in der Gestalt von Stacheldrahtfeldern und Gefängnisfenstern, einer schwarzen, an zahlreichen Stellen durchbrochenen Mauer und in der Anordnung von schlichten Kreuzen an einer dunklen Rückwand am Abgang zum Tiefgeschoß ihre Realisierung. Aber nicht immer konnten die Peiniger den Willen der Menschen im Lager brechen. Die vom Dach des Denkmals in verschiedenen Längen nach oben strebenden Bogen symbolisieren die erfolglosen und erfolgreichen Befreiungsversuche. Das Freiheitstor im Denkmal steht für das neue Leben und charakterisiert den Neubeginn durch ein aufgesetztes Dach, gleichsam ein Zeichen für die neuerliche Aufbauarbeit der Donauschwaben in aller Welt. Unter dem Dach präsentiert sich die Skulptur eines donauschwäbischen Künstlers.
Im Tiefgeschoß des Denkmals befindet sich dann ein Modell des seinerzeitigen Konzentrationslagers von Valpovo/Walpach. Leuchttafeln, die an den Wänden angebracht werden, sollen der Gegenwart ein Zeugnis ablegen von den ungesühnten Greueltaten, die den Donauschwaben im Lager widerfahren waren.
Die Errichtung der donauschwäbischen Gedenkstätte in Valpovo/Walpach wird ein Beispiel für weitere Projekte sein, die über die Landesgrenzen von Kroatien hinweg überall dort errichtet werden sollen, wo am Ende des Zweiten Weltkriegs Volksdeutsche unschuldig und kollektiv verurteilt worden waren und für einen Krieg mit dem eigenen Leben bezahlen mußten, den sie nicht zu verantworten hatten.
