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Aussendung vom 18.06.2001: |
Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)
AVNOJ-Beschlüsse müssen fallen
Belgrad, 18.06.2001
Am Montag, dem 18. Juni 2001 fanden zum ersten Mal seit der Vertreibung 1944/45 bei der serbischen Regierung in Belgrad Gespräche mit einer Delegation von Donauschwaben statt. Auf Einladung des Vizepräsidenten der serbischen Regierung, Josef Kasza, fanden sich Vertreter der Donauschwaben aus Deutschland, Österreich, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Kanada ein.
Die Gespräche fanden in einer vertrauensvollen Atmosphäre statt. Der Vorsitzende der deutschen, Georg Morgenthaler, und der österreichischen Delegation, Rudolf Reimann, artikulierten die Thematik und Anliegen der Donauschwaben. Auch die Vertreter der Donauschwaben aus den USA und Kanada erklärten, dass die Diskriminierung der deutschen Minderheit nicht hingenommen werde. Sie wiesen darauf hin, dass es um die Aufhebung der Entrechtung der aus dem kommunistisch beherrschten Jugoslawien ausgetriebenen Deutschen geht, sowie auf die Verwirklichung der Menschenrechte, insbesondere der Minderheitenrechte der in Jugoslawien verbliebenen Donauschwaben.
Man brachte die Erwartung zum Ausdruck, dass im Zuge der Demokratisierung in Jugoslawien, insbesondere in der Republik Serbien, auch die Rechtsstaatlichkeit Zug um Zug verwirklicht werde. In den geführten Gesprächen kam von den Delegierten bei Erfüllung der Voraussetzungen die Bereitschaft klar zum Ausdruck, in Zukunft die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Kulturaustausches, der wirtschaftlichen Unterstützung der Donauschwaben bei der Realisierung des Aufbaues nach der Konzeption des Stabilitätspaktes für Jugoslawien und für die angrenzenden Länder zu suchen. Die Vertreter der serbischen Regierung entgegneten ebenfalls den Wunsch, auf der Grundlage der Demokratie sowie der Rechtsstaatlichkeit eine ersprießliche Zusammenarbeit anzustreben. Einzelprojekte wurden von beiden Seiten ins Auge gefasst und eingehend erörtert wie z.B. Städtepartnerschaften, die Anerkennung der Deutschen als Minderheit in Serbien sowie wirtschaftliche Projekte.
Herr Vizepräsident Josef Kasza kündigte an, die Gespräche fortzusetzen. Zur Aufarbeitung der Vergangenheit soll eine gemeinsame Historikerkommission gebildet werden. Kasza erklärt: "Die diskriminierenden AVNOJ-Beschlüsse müssen aufgehoben werden!"