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Aussendung vom 11.09.2001: |
Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)
Vaclav Havel unter Beschuß
Eine Welle heftigster Kritik muß sich derzeit der tschechische Präsident Vaclav Havel im eigenen Land gefallen lassen. Den negativen Höhepunkt bildeten bisher wohl die Äußerungen der tschechischen Kommunisten, die nicht nur lauthals den Rücktritt des Präsidenten fordern, sondern Havel sogar in einer Presseaussendung ganz offen als Lügner bezeichnet hatten.
Präsident Havel hatte nämlich bei seinem letzten Arbeitsbesuch in Wien (6. September 2001) in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem österreichischen Amtskollegen, Bundespräsident Thomas Klestil, die Verbrechen bei der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg als Unrecht bezeichnet, das ein "Akt der Rache und ein Akt des ethnischen Prinzips" war.
Eine scharfe Kritik dazu gab es in Prag auch von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) unter Führung des tschechischen Parlamemtspräsidenten Vaclav Klaus.
Der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) bedauert die Angriffe gegen den tschechischen Präsidenten, der, so der Bundesvorsitzende des VLÖ, Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, "mit der Anerkennung es Unrechts einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der gemeinsamen Geschichte geleistet hat."
Zu den Angriffen meint Reimann: "Es erfordert wenig Mut, im eigenen Land gegen die Sudetendeutschen politisch zu Felde zu ziehen. Viel Mut und Moral erfordert es jedoch, im Ausland die eigene Schuld einzugestehen. Das hat Präsident Vaclav Havel bei seinem letzten Besuch in Wien getan."