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Aussendung vom 06.09.2001: |
Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)
Anerkennung der Vertreibungsverbrechen durch Klestil und Havel
www.vloe.at
Wien, am 6. September 2001
Anläßlich des offiziellen Arbeitsbesuchs des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel in Wien wurden die Vertreibungsverbrechen an den Sudetendeutschen durch Havel und seinen österreichischen Gastgeber, Bundespräsident Thomas Klestil, anerkannt und moralisch verurteilt. Bundespräsident Klestil meinte dazu in der gemeinsamen Pressekonferenz, daß "Dort, wo in tragischen, verhängnisvollen Phasen unserer Geschichte Menschen ein Unrecht zugefügt worden ist und anerkannt wird, das erlittene Unrecht auch wieder gut gemacht wird." In diesem Zusammenhang verwies Klestil auf die Arbeit der österreichisch-tschechischen Historikerkommission und unterstrich die Notwendigkeit, den bilateralen Dialog weiter zu führen. Präsident Havel stellte zunächst in seiner Stellungsnahme fest, daß in den letzten Jahren die Benesch-Dekrete in der tschechischen Gesellschaft nach Jahrzehnten der Verdrängung zunehmend "enttabuisiert werden." Havel unterstrich ebenso die wachsende "kritische Haltung" der tschechischen Öffentlichkeit zu den Dekreten, die erkennt, daß es sich dabei "um einen Akt des Unrechts, einen Akt der Rache und des ethnischen Prinzips" gehandelt hat. Zur Frage einer möglichen Aufhebung der Benesch-Dekrete erklärte Havel, daß es sich dabei um "eine juridische Frage" handelt. Schließlich, so der tschechische Präsident, wurde die "ganze Staatenexistenz der Tschechoslowakei" auf Grundlage der Dekrete gegründet.
Der Bundesvorsitzende des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ), Dipl.-Ing. Rudolf Reimann, zeigt sich über den Verlauf der Pressekonferenz sehr erfreut, weil von beiden Präsidenten die Verbrechen gegen die vertriebenen Sudetendeutschen verurteilt worden sind. Reimann: "Es wäre jetzt an der Zeit, daß auch das tschechische Parlament und die tschechischen Medien sich für die Anerkennung dieser Verbrechen und des Unrechts aussprechen."
Keinen Beitrag zur gemeinsamen Vergangenheitsbewältigung hat sich beim Empfang des tschechischen Präsidenten die Sicherheitspolizei geleistet. Obwohl die Sudetendeutsche Landsmannschaft eine friedliche Demonstration bei der Staatspolizei angemeldet hatte, wurde dem Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ) und ehemaligen Wiener Landtagsabgeordneten, Gerhard Zeihsel, mit Gewalt ein Transparent mit der Aufschrift "Benesch Dekrete Unrechtsdekrete Unrecht verjährt nicht" aus der Hand gerissen und entfernt.

SLÖ-Obmann Zeihsel von Polzei bedrängt Foto: VLÖ