Gesendet als E-MAIL |
Aussendung vom 05.01.2001: |
Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)
Was kostet das Recht auf Heimat?
Wien, am 5.01.2001
Der jüngste Friedensplan des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton zur Beilegung des seit September 2000 tobenden israelisch-palästinensischen Konflikts verlangt, daß über 4 Millionen palästinensische Flüchtlinge auf ihr Recht auf Heimat verzichten müssen. Im Gegenzug würde Israel einen Teil Ostjerusalems und knapp 95% des von Israel besetzten Westjordanlandes an einen eigenständigen, souveränen palästinensischen Staat abtreten. Obwohl die Amtszeit von Bill Clinton schon mit 20. Jänner 2001 endet, möchte sich der amerikanische Präsident "bis zum allerletzten Moment" für einen Friedenabschluß im Nahem Osten einsetzen. Ein Frieden zwischen Israel und Palästina wird zwar von vielen Seiten gewünscht, doch treffen Clintons Vorstellungen auf erheblichen Widerstand. So hat die Arabische Liga das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge als "heilig" bezeichnet und somit das Recht auf Heimat seiner palästinensischen Glaubensbrüder mit aller Deutlichkeit unterstrichen. Anderseits sieht sich der israelische Premier Ehud Barak in der Person seines politischen Widersachers Ariel Sharon einer unversöhnlichen Opposition ausgesetzt. Ariel Sharon hat 1982 als israelischer Verteidigungsminister die Massaker in den beiden palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Libanon zu verantworten. Sharon jedenfalls lehnt als Führer des rechten Likud-Blocks eine Gebietsabtretung an die Palästinenser unter Führung von Jassir Arafat kategorisch ab.
Der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) warnt vor einem Frieden im Nahen Osten, der das völkerrechtlich garantierte Recht auf Heimat in Frage stellt. Gerade die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen Altösterreicher deutscher Muttersprache haben am eigenen Leib den Verlust der Heimat erfahren müssen. Bis heute stellt nämlich für viele Vertriebene das Festhalten der ehemaligen Vertreiberstaaten an der seinerzeitigen Aberkennung des Heimatrechts eine unüberwindliche Hürde zur Aussöhnung dar. Das Recht auf Heimat kann von denjenigen, die selbst noch ihre angestammte Heimat haben, nicht auf dem Verhandlungstisch ungefragt im Namen von Heimatvertriebenen geopfert werden. Außerdem sieht das internationale Völkerrecht dort, wo eine Vermögensrückgabe an die ehemaligen Besitzer nicht mehr möglich ist, eine angemessene Entschädigung des geraubten Vermögens vor. Dieser Aspekt findet aber in Clintons Friedensplan keine Berücksichtigung. Ein Frieden, der die Interessen von über 4 Millionen Menschen ausschließt, kann nicht von langer Dauer sein. Die vertriebenen Altösterreicher deutscher Muttersprache können darüber aus eigener Erfahrung berichten.