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Aussendung vom 04.12.2000:

 

Pressedienst der Altösterreicher (PAÖ)

Wien, am 4.12.2000

Bei den Donauschwaben in Kroatien

     Vom 23. bis 25. November 2000 reiste eine dreiköpfige Delegation vom Wiener Haus der Heimat auf Einladung des Kroatischen Deutschlehrerverbandes und der Landmannschaft der Donauschwaben in Kroatien nach Osijek/Essegg. Schon am ersten Abend nach der Ankunft begrüßte der Vorsitzende der Donauschwaben in Kroatien, Nicola Mak die Gäste aus Österreich, nämlich den Vorsitzenden der Donauschwäbischen Arbeitsgemeinschaft (DAG) Rudolf Reimann, den Leiter der Videoabteilung im Haus der Heimat Wilhelm Lang sowie Wassertheurer Peter, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verbandes der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ).

 

kroatien01.jpg (15308 Byte)     Der nächste Tag stand zunächst ganz im Zeichen des Gedenkens an die donauschwäbischen Opfer der beiden slawonischen Vernichtungslager in Kerndia/Krndija und Walpach/Valpovo. Die Spuren dieser Tragödie sind bis zum heutigen Tag gegenwärtig geblieben. Am Friedhof in Walpach/Valpovo stehen noch die einfachen Holzkreuze von damals, die daran erinnern, daß hier Menschen lediglich aufgrund ihrer deutschen Abstammung dem Tod ausgeliefert waren. Fast alle dieser Kreuze zeigen das Jahr 1946. In der Mitte des Friedhofs mahnt ein großes Kreuz mit der Aufschrift "Zur Erinnerung an alle Opfer des II- Weltkrieges und Opfer des Konzentrationslagers in Valpovo". Genau an der Stelle dieses Kreuzes plant die Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien die Errichtung eines großen Mahnmals, das auch die letzte Ruhestätte der Opfer von Walpach/Valpovo sein soll. Nicola Mak erklärt seine Absicht damit: "Es muß damit gerechnet werden, daß schon in naher Zukunft die einfachen Gräber der Donauschwaben aus dem Lager von der Friedhofsverwaltung beansprucht werden, um den Grund den Einheimischen für neue Gräber zu geben. Damit würden die Schwabengräber für immer verschwinden. Wir möchten deshalb die sterblichen Überreste ausgraben und in aller Würde an einer zentralen Stelle eines solchen Mahnmals bestatten." In unmittelbarer Nähe des Lagereingangs befindet sich in Walpach/Valpovo eine Kapelle der Herren von Norman - Prandau, die am Ende des 18. Jahrhunderts als Gedenken an die Pest errichtet wurde. Die Kapelle wird von der Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien betreut. Noch an Ort und Stelle wurde mit Herrn Reimann von der DAG vereinbart, Pläne zur Restaurierung der Kapelle auszuarbeiten. Die Kapelle soll schon in absehbarer Zukunft Donauschwaben aus aller Welt als Pilger- und Mahnstätte sowie als historisches Dokumentationszentrum zur Vernichtung der Donauschwaben in Kroatien dienen.

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     Am frühen Nachmittag führte der Weg dann nach Kerndia/Krndija, wo die alte Dorfkirche auf Privatinitiative innen und außen völlig neu restauriert wird. Nur mehr wenige Häuser zeugen vom einstigen Reichtum dieser Ortschaft, die 1800 Donauschwaben Heimat war. Heute leben in Kerndia/Krndija knapp 30 serbische Familien. Der außerhalb des Dorfes gelegene Friedhof wird von einem alten Kerndianer betreut, der aber seine deutsche Muttersprache verlernt hat. Er betreut die Gräber und ein Denkmal, das die Aufschrift "In ehrendem Gedenken der donauschwäbischen Opfer im Vernichtungslager Kerndia 1945/46" trägt. Noch vor wenigen Jahren war der Kerndianer Friedhof von einem dichten Teppich aus Gestrüpp und Unkraut überzogen. Zwei Kränze wurden von den Gästen aus Wien für die Opfer auf den Friedhöfen in Walpach/Valpovo und Kerndia/Krndija niedergelegt.

     Am Abend hielt schließlich Wassertheurer Peter auf Einladung des Kroatischen Deutschlehrerverbandes, Zweigstelle Osijek an der pägagogischen Fakultät der Universität Osijek einen Vortrag zum Thema "Österreichische Landeskunde im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) ". Dieser Einladung war im Herbst 2000 ein DaF-Fortbildungsseminar unter Leitung von Wassertheurer Peter im Wiener Haus der Heimat vorausgegangen.

     Vor der Heimreise nach Österreich wurde nochmals von beiden Seiten der Wunsch geäußert, die Schwabenachse Wien – Osijek/Essegg zu einem wirklichen Beispiel einer länderübergreifenden Schicksalsgemeinschaft auszubauen.

 

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