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Zeihsel: Zum sudetendeutschen März-Gedenken 2006

Es ist gute alte Tradition, wenn sich Sudetendeutsche um den 4. März herum treffen, um der Toten für das Selbstbestimmungsrecht und den Verbleib bei Österreich im Jahre 1919 zu gedenken. Wir tun dies heuer - 60 Jahre, nachdem 1112 Zugtransporte im Jahre 1946 aus dem Sudetenland auf den Weg gebracht wurden. Ein Zug umfasste 40 Güter- oder Viehwaggons mit je 30 Menschen bei mangelhafter Verpflegung und katastrophalen sanitären Verhältnissen. Bei dieser - nach der Potsdamer Erklärung der Sowjets, der USA und Englands vom 2. August 1945 "humanen Umsiedlung" - handelt es sich nicht um einen "Kollateralschaden des 2. Weltkrieges" sondern um ein "eiskalt geplantes Nachkriegsverbrechen". Wir Altösterreicher deutscher Sprachzugehörigkeit haben die Verbrechen der Nationalsozialisten niemals geleugnet oder bagatellisiert. Umso mehr setzen wir uns dafür ein, dass die an uns begangenen Verbrechen nicht geleugnet und bagatellisiert werden. Das gilt auch für die Opferzahlen der Vertreibung, bei der es gewisse Kreise darauf abgesehen haben, diese viel niedriger anzusetzen - bei uns ist dies ja straffrei.

Es folgte für viele das Elend des Barackenlebens. Wir wurden aber kein sozialer Sprengstoff, wie es der Diktator Stalin geplant hatte. Der Überlebenswille und die Eigeninitiative der Heimatvertriebenen wurden auch zum Fundament des Wirtschaftswunders nach dem Krieg.

Es gilt heute, auch Österreich und vielen Österreichern Dank zu sagen für die Aufnahme der Vertriebenenströme zu einer Zeit, da Wien selbst in Schutt und Asche lag. Wir erinnern aber auch an die rund 240.000 Landsleute, die nicht bleiben durften, die teilweise über Sammellager, wie Melk an der Donau, nach Deutschland weiter geschoben wurden. In der Rückschau muss man Vertriebenen wie Einheimischen gratulieren, dass sie nach einer Schamfrist bereit waren, Integration zuzulassen, wobei die Vertriebenen kaum eine andere Wahl gehabt haben.

Was nach wie vor fehlt, ist die Gesprächs- und Verständnisbereitschaft der Tschechischen Republik. Auch sie würde nicht daran zugrunde gehen. In einer Woche fahre ich mit einer österreichischen Parlamentarier-Delegation zu einer Gedenkreise in die Tschechische Republik. Wir danken den Vertriebenensprechern der Parteien, dass sie diesen Schritt zur Verständigung mit den Betroffenen - nämlich uns - gehen.

Es spricht

AbgzNR Dipl.-Ing. Werner Kummerer

Vertriebenensprecher der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ)

"Rechtsverweigerung und ihre Folgen"

Samstag, 4. März 2006, 16.00 Uhr

Neue Adresse: Haus der Begegnung Mariahilf

1060 Wien, Königseggasse 10

BUNDESKANZLER WOLFGANG SCHÜSSEL IM HAUS DER HEIMAT
Lob für Kroatien: Abkommen mit Wien unterzeichnet

Schüssel forderte die Aufhebung des Straffreistellungsgesetzes und lobte Kroatien für die Berücksichtigung der Vertriebenen bei der Restitution. Die Anerkennung der deutschen Minderheit in Slowenien als autochthone Volksgruppe hänge nach Schüssel von der Kärntner Ortstafel-Diskussion ab.

PB230005.jpg (15207 Byte)Gestern am 23. November 2005 besuchte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das Haus der Heimat im 3. Wiener Gemeindebezirk. Schüssel folgte einer Einladung, die der Bundesvorsitzende vom Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs, Rudolf Reimann, bei seinem Besuch im Bundeskanzleramt ausgesprochen hatte. Begleitet wurde Schüssel vom Vertriebenensprecher der ÖVP, AbgzNR Norbert Kapeller.

Nachdem Schüssel die im Haus der Heimat untergebrachten Landsmannschaften begrüßt hatte, wo ihm eine Welle der Sympathie entgegengebracht wurde, nahm der Bundeskanzler in einem Vortrag zu den offenen Fragen der Heimatvertriebenen Stellung.

PB230081.jpg (14177 Byte)In der Sudetendeutschen Frage setzte Schüssel auf Kontinuität und meinte, dass er weiterhin das Unrecht der Vertreibung thematisieren werde. Schüssel anerkannte die Gesten der tschechischen Regierung unter Premierminister Paroubek erklärte aber, dass damit aber kein Schlusspunkt gesetzt ist. Schüssel unterstrich die Notwendigkeit eines offenen Dialogs und forderte die Aufhebung des Straffreistellungsgesetzes Nr. 115 vom 8. Mai 1946. Mit diesem Gesetz wurden alle Verbrechen gegen die Sudetendeutschen für straffrei erklärt. Solche Gesetze, so Schüssel, dürfen in einem Europa des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr haben.

Großes Lob fand Schüssel für Kroatien. Vor zwei Tagen wurde von Kroatien das bilaterale Abkommen mit Österreich unterzeichnet. Damit können auch österreichische Staatsbürger, die nach 1945 aus dem Gebiet der Republik Kroatien vertrieben wurden, eine Entschädigung beantragen. Dazu zählen in erster Linie die vertriebenen Donauschwaben. Für Schüssel ist gerade Kroatien ein Beispiel dafür, wie man im gemeinsamen Dialog die Altlasten der Geschichte mit Vernunft und beiderseitiger Zustimmung löst.

Im Fall der deutschen Minderheit in Slowenien, deren Anerkennung als autochthone Minderheit Reimann fordert, verwies Schüssel auf die Kärntner Ortstafel-Diskussion. Nach Schüssel können beide Themen nur in einem gemeinsamen Schritt gelöst werden. Schüssel verwies an dieser Stelle auf das Kulturabkommen mit Slowenien, in dem Slowenien zumindest die Existenz einer "deutschsprachigen Volksgruppe" anerkannt hat.

Abschließend sprach sich Schüssel dafür aus, dass die Thematik der altösterreichischen Heimatvertriebenen deutscher Muttersprache künftig noch stärker über den ORF und die schulischen Bildungseinrichtungen in der österreichischen Öffentlichkeit diskutiert werden soll.

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BUNDESKANZLER WOLFGANG SCHÜSSEL IM HAUS DER HEIMAT
Von Sachsenkrügen, Klöppeln und Schwabenchor

"Gemma Kanzler schau’n" – dieses Motto haben sich viele Heimatvertriebene zu Herzen genommen und waren ins Haus der Heimat gekommen. Die Stockwerke waren hell beleuchtet, das Haus der Heimat erstrahlte in einem vorweihnachtlichen Glanz: und dann … dann kam er, der Kanzler der Republik Österreich zu uns. 

PB230005.jpg (10421 Byte)Am 23. November 2005 besuchte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel das Haus der Heimat im 3. Wiener Gemeindebezirk. Schüssel folgte einer Einladung, die der Bundesvorsitzende vom Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs, Rudolf Reimann, bei seinem Besuch im Bundeskanzleramt ausgesprochen hatte. Begleitet wurde Schüssel vom Vertriebenensprecher der ÖVP, AbgzNR Norbert Kapeller. Die Begrüßung nahm Bundesvorsitzender Reimann gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern, Gerhard Zeihsel (Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft) und Ludwig Niestelberger (stv. Obmann der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen), vor.

Zunächst betrat Schüssel den Ausstellungsraum, wo gerade die letzten Vorbereitungen zur sudetendeutschen Sonderausstellung über die "Kutzermaler" abgeschlossen worden waren. Im Ausstellungsraum bereitete sich indessen ein deutscher Privatsender für ein Interview vor. Kroatien hatte nämlich am Vortag das bilaterale Abkommen mit Österreich unterzeichnet. Damit können auch österreichische Staatsbürger, die nach 1945 aus dem Gebiet der Republik Kroatien vertrieben wurden, eine Entschädigung beantragen. Dazu zählen in erster Linie die vertriebenen Donauschwaben.

Nach einem kurzen Rundgang im Hof, den der Kanzler dazu nutzte, um die Wappen der Landsmannschaften und den originalen Fluchtwagen aus Nord-Siebenbürgen zu bestaunen, gab es eine kurze Besichtigung des Festsaals, der von Familie Mussner auf Hochglanz gebracht wurde. Ein Augenschmaus war auch das Buffet, das Frau Mussner mit ihrem Team auf den Tisch gezaubert hat.

PB230021.jpg (14114 Byte)Dann ging es mit dem Lift in den dritten Stock, wo die Donauschwaben beheimatet sind und den Kanzler mit einem herzlichen "Grüß Gott" willkommen hießen. Strahlend ging der Bundeskanzler durch die Reihen und schüttelte die vielen Hände, die ihm entgegengestreckt wurden. Obmann Josef Wagner stellte in seiner kurzen Ansprache den Schwabenverein vor. Zum Abschluss sang der Schwabenchor das "Lied der Donauschwaben".

PB230030.jpg (15432 Byte)Im zweiten Stock erwarteten die Sudetendeutschen den Kanzler bereits bei der Eingangstür und überreichten ihm eine Fotodokumentation vom Sudetendeutschen Heimattag 2001 in Nürnberg. Damals hatte der österreichische Regierungschef den Sudetendeutschen Karlspreis erhalten. Spannend wurde es dann bei den Klöpplerinnen. Bundeskanzler Schüssel nahm die Gelegenheit beim Schopf, selbst einmal die Klöppeln in die Hand zu nehmen, um sich in diesem Kunsthandwerk unter Anleitung von Gerda Mayer zu versuchen: "Drehen und kreuzen, Herr Bundeskanzler, ganz einfach nur drehen und kreuzen." Im Sitzungssaal der Sudetendeutschen Landsmannschaft überreichte Bundesobmann Gerhard Zeihsel dem Bundeskanzler ein ganzes Sortiment der originalen Karlsbader Oblaten.

PB230069.jpg (10174 Byte)Zum Schluss gaben sich die Südmährer und Siebenbürger Sachsen die Ehre, den Bundeskanzler im ersten Stock zu begrüßen. Nach einem kurzen Gespräch mit den Südmährern zeigte sich Schüssel über die Tonkrüge und Stickereien der Siebenbürger Sachen hoch erfreut. Bundeskanzler Schüssel ließ es sich nicht nehmen, bei den Siebenbürger Sachsen einen Krug und zwei Rosenkugeln einzukaufen. Ganz am Ende seiner Visite im ersten Stock ließ der Bundeskanzler die Siebenbürger Sachsen wissen, dass er unbedingt einmal Siebenbürgen besuchen möchte, das er noch nicht kennt.

PB230081.jpg (10077 Byte)Als letzte Station des Kanzlerbesuchs bot wieder der Festsaal das Ambiente für den Vortrag, den Kanzler Schüssel vor den Heimatvertriebenen hielt. Kanzler Schüssel hat frei gesprochen und das Verhältnis Österreichs zu Tschechien, Kroatien, Slowenien, Serbien und zur Slowakei beschrieben. Er betonte dabei die Notwendigkeit eines offenen Dialogs, die neuen Freiheiten durch die EU-Erweiterung und die Leistungen der Heimatvertriebenen, die nach 1945 viel zum Aufbau Österreichs beigetragen haben. VLÖ-Chef Reimann bedankte sich bei Kanzler Schüssel und überreichte ihm die VLÖ-Ehrennadel. An dieser Stelle würdigte Reimann auch die Leistungen von Gesandten Thomas Buchsbaum aus dem österreichischen Außenministerium, der die österreichische Delegation bei den Verhandlungen mit Kroatien leitete. Mit tosendem Applaus wurde Bundeskanzler Schüssel verabschiedet.

DAG
DONAUSCHWÄBISCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT
VERBAND DER LANDSMANNSCHAFTLICHEN VEREINIGUNGEN
DER HEIMATVERTRIEBENEN DONAUSCHWABEN IN ÖSTERREICH

HAUS DER HEIMAT
A-1030 WIEN, STEINGASSE 25
TEL. 01 / 718 59 58, FAX 01 / 718 59 68

18.11.2005

Serbisches Anmeldegesetz: Was zu beachten ist?

5. VOLKSGRUPPENSYMPOSIUM
Der Verband der volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs (VLÖ) lud zusammen mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) zum 5. Volksgruppensymposium der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa nach Hermannstadt in Siebenbürgen ein. Der Einladung waren die meisten Mitgliedsverbände des VLÖ gefolgt, die gemeinsam mit zahlreichen Jugendvertretern aus Polen, Ungarn, Slowenien und der Slowakei die lange Reise antraten.
Ein Bildbericht von Mag. Wassertheurer. Näheres hier......